Was können Sie tun?

Freundliche Maßnahmen

Treten Sie mit dem Verstecker des Caches in Kontakt, weisen Sie ihn darauf hin daß er widerrechtlich seine Dose auf Ihrem Grundstück abgelegt hat, daß Sie damit nicht einverstanden sind und fordern Sie ihn auf, diese Besitzsstörung innerhalb einer angemessenen Frist zu entfernen (z.B. 2 Wochen) und den Zustand des Ortes vor dem Verstecken wiederherzustellen. Sie können ihn auch auf Flurschäden hinweisen bzw. erläutern, woran Sie Anstoß nehmen und das sehr freundlich formulieren. Aber denken Sie daran, daß es darum geht, einen unrechtmäßig deponierten Gegenstand zu entfernen und daß Ihre Rechte verletzt wurden. Sie brauchen keinen Grund, Sie müssen nicht bitten und Sie müssen sich auf keine Diskussion einlassen.

Es ist gar nicht so einfach, mit so einem Cacheverstecker Kontakt aufzunehmen, da kein Weg dafür vorgesehen wurde, der mit zumutbarem Aufwand funktioniert. Wir kennen folgende Möglichkeiten:

  • Sie können eine Nachricht schicken über den Website wo der Cache gelistet ist. Das ist aber unzumutbar kompliziert, sie müssen dort einen Account anmelden, sich einloggen, den richtigen Cache finden und dann können Sie eine Nachricht verschicken. Manche Caches sind nur für Mitglieder mit kostenpflichtigem Zugang sichtbar, in diesem Fall haben Sie keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.
  • Sie können sich den Cache näher ansehen. Manche verantwortungsvollen Verstecker hinterlassen im Logbuch eine Telefonnummer oder Mailadresse für solche Rückfragen
  • Sie können einen Zettel in den Cache legen, mit der Bitte an den nächsten Finder, die Nachricht weiterzuleiten
  • Wenn Sie Geocacher treffen, sprechen Sie sie an und geben Sie ihnen Ihre Botschaft mit
  • Sie können sich direkt beim Website beschweren. Im Allgemeinen wollen die Betreiber Ärger vermeiden und legen den Eintrag für den Cache dann still.

Bis auf die letzte Methode kann es bei allen Kontaktversuchen einige Zeit dauern, bis Sie eine Antwort bekommen. Es kann auch sein, daß der Cache verwaist ist und der Verstecker sich schon lange nicht mehr dafür interessiert.

Das Recht zur Selbsthilfe

Wenn die Kontaktaufnahme erfolglos blieb oder der Cache nicht entfernt wurde oder wenn Sie aufgrund eklatanter Schäden lieber schnell durchgreifen wollen, steht Ihnen nach §859 BGB das Recht auf Selbsthilfe zu. Lassen Sie sich nicht von der häufig verwendeten Bezeichnung "Offizieller Geocache" irritieren, diese Dosen haben keinen offiziellen Status, genießen keinen amtlichen Schutz. Wir empfehlen, den Cache vollständig zu entfernen, inklusive aller Hinweise und Zwischenstationen, so daß klar ist daß es sich nicht um ein zufälliges Verschwinden handelt, sondern daß sie die Störung Ihres Besitzes rückgängig gemacht haben. Sie können vom Verstecker Ersatz für alle Aufwendungen dabei verlangen, wie bei einem abgeschleppten Falschparker (Spritkosten, Arbeitslohn, Aufbewahrungsgebühr). Sie dürfen die Herausgabe der Dose solange verweigern, bis die Aufwendungen bezahlt wurden.

Dabei ist es sinnvoll, in dem entsprechenden Websiteeintrag eine Nachricht mit dem Typ "needs archiving" zu hinterlassen und darauf hinzuweisen, daß der Cache entfernt wurde, nachdem der Verstecker trotz Aufforderung versäumt hat, ihn zu entfernen. Damit vermeiden Sie weitere Schäden durch verzweifelte Suchaktionen. Nachdem ein Cache keinen nennenswerten Sachwert hat dürfte es in der Praxis selten dazu kommen, daß jemand den Schadenersatz bezahlt, es ist eher damit zu rechnen daß sich niemand rührt und die Dose irgendwann im Müll landet.

Bei trotzigen Versteckern, die die Rechtslage nicht einsehen wollen, müssen Sie damit rechnen, daß der Cache erneuert wird. Sie sollten daher die Einträge im Internet im Auge behalten, wie die Reaktion ausfällt. Es kann auch sein, daß der Cache nur ein kleines Stück in ein anderes Versteck bewegt wird. Wenn Sie allerdings jeden neuen Cache konsequent sofort entfernen, sollte der Spuk nach 2-3 Säuberungsaktionen vorbei sein.

Falls ein Verstecker sich als noch hartnäckiger erweisen sollte, könnten Sie auch eine Anzeige wegen wiederholtem und vorsätzlichem Verstoß gegen das Landesnaturschutzgesetz in Erwägung ziehen. Wir kennen aber noch keinen Fall, wo dieser Schritt nötig wurde.

Straftaten

Wenn Ihnen ein erheblicher Schaden entstanden ist, sollten Sie auf jeden Fall Strafanzeige erstatten und Klage auf Schadenersatz erheben. Das kann besonders bei einem Nachtcache angebracht sein, wenn zahlreiche Bäume durch Nägel geschädigt wurden. Eventuell auch dann wenn ein Gegenstand oder Gebäude unrechtmäßig verändert wurde, um etwas zu verstecken oder durch zahlreiche Sucher beschädigt wurde. Dokumentieren Sie den Schaden durch Fotos und beziffern Sie die Schadenshöhe. Sachbeschädigung ist eindeutig eine Straftat und der Täter hat seine Schuld in Logbuch und Cachebeschreibung auch noch dokumentiert - sie sollten gute Chancen haben, eine Verurteilung zu erreichen.

Falls Sie Fremde beim widerrechtlichen Betreten Ihres eingezäunten Grundstücks erwischen, empfehlen wir Ihnen grundsätzlich die Polizei zu rufen und Anzeige zu erstatten. Aus den einschlägigen Foren geht hervor, daß die meisten Geocacher, die in fremde Grundstücke eindringen, sich durchaus bewußt sind, daß sie illegal handeln, aber sich gute Chancen ausrechnen, straffrei davonzukommen, selbst wenn sie erwischt werden. Daher empfehlen wir in so einem Fall, das Verfahren notfalls per Privatklage bis zum Ende zu führen. Wenn rechtskräftige Verurteilungen in der Szene bekannt werden, sollte das die meisten dieser schwarzen Schafe vorsichtiger machen und insbesondere Ihr Eigentum dürfte in Zukunft von ungebetenen Besuchern verschont bleiben.

Bevor Sie Anzeige erstatten sollten Sie Bildschirmkopien des Eintrages im Internet machen, da dieser jederzeit vom Verstecker verändert werden kann. Stellen Sie den Cache und das Logbuch als Beweismittel sicher, ggf. gemeinsam mit der Polizei. Die Polizei sollte in der Lage sein, bei der Verfolgung einer Straftat die wahre Identität der Täter über die Registrierung in den Websites zu ermitteln.

Anticacher

Anticacher haben aus unterschiedlichsten Gründen eine Abneigung entwickelt, spüren illegale Geocaches auf und entsorgen sie. Ohne Auftrag vom Grundstücksbesitzer ist das rechtlich natürlich ebensowenig in Ordnung wie das Auslegen von Caches. Die Jagd nach Geocaches macht unbestritten Spaß. Aber wenn sie entfernt werden, leistet man gleichzeitig noch einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Natur. Wer erlebt hat, mit wieviel Unverfrorenheit und Rücksichtslosigkeit manche Caches versteckt wurden und wie umfangreich die Zerstörungen in der Umgebung sind, spürt häufig ein ausgesprochen angenehmes Gefühl, diesem Raubbau Einhalt zu gebieten - zumindest an ein paar Stellen.